Segler im Sturm

Richtig schichten unter dem Trockenanzug

Der Hauptzweck eines Trockenanzugs ist es, dich trocken zu halten (der Name verrät es schon). Er ist eine wasserdichte, winddichte und atmungsaktive Hülle – das bedeutet allerdings auch, dass er selbst keinerlei wärmende oder isolierende Eigenschaften hat. Indem er das Wasser von der Haut fernhält und Feuchtigkeit entweichen lässt, hält ein Trockenanzug dich natürlich trotzdem wärmer, als du ohne ihn wärst, und schützt zusätzlich vor Windchill. Der Schlüssel zum Warmbleiben (und nicht nur zum Trockenbleiben) liegt aber darin, sich darunter richtig einzukleiden.

Vier Dinge sind dabei entscheidend:

1) Temperatur

Das ist ziemlich einfach. Schau auf das Wetter und denk an die Bedingungen. Wind und Regen lassen dich schneller frieren, und denk auch an die Wassertemperatur, denn die weicht oft von der Lufttemperatur ab.

2) Aktivität/Sportart

Wie aktiv bist du auf dem Wasser? Beim Segeln, Kitesurfen oder Kajakfahren bewegst du dich vermutlich viel, was deine Körpertemperatur erhöht. Trägst du den Trockenanzug dagegen zum RIB-Fahren oder Jetskifahren, sitzt du deutlich mehr – und frierst entsprechend schneller.

3) Wie lange du auf dem Wasser bist

Ein paar Stunden oder ein Törn über Nacht? Wenn du länger unterwegs bist, solltest du dich vor allem auch wohlfühlen.

4) Wie kälteempfindlich du bist

Das musst du selbst einschätzen. Überleg, ob du im Vergleich zu anderen schnell frierst.

Mit diesen vier Faktoren im Hinterkopf kleidest du dich am besten nach dem Drei-Schichten-Prinzip.

Base Layer

Der Base Layer liegt direkt auf der Haut. Seine Aufgabe ist es, die Körperwärme zu halten und Feuchtigkeit von der Haut wegzutransportieren, die dich sonst auskühlen würde. Diese Schicht sollte eng anliegen und bequem sein, sonst wirft das Material unter den anderen Lagen Falten, was zu Reiben oder Scheuerstellen führt.

Mid Layer

Der Mid Layer ist deine dickere Schicht. Greif hier zu Fleece für zusätzliche Isolierung und Wärme. Ein normales, leichtes Fleece genügt, aber viele unserer Trockenanzüge kommen bereits mit Unterfleece oder Undersuit – so profitierst du auch an den Beinen von einer Fleeceschicht, nicht nur am Oberkörper. Wenn du oben ein normales Fleece trägst, überleg, ob dir auch an den Beinen kalt wird, und kleide dich entsprechend.

Außenschicht/Trockenanzug

Die Außenschicht ist dein Trockenanzug. Er ist eine Hülle, die selbst keine Wärme liefert, dich aber vor Wasser und Windchill schützt. Die Materialien moderner Trockenanzüge sind zudem immer atmungsaktiv, sodass Feuchtigkeit nach außen entweichen kann, statt dich von innen auszukühlen.

Weitere Tipps:

  • Achte bei der Wahl deiner Schichten darauf, dass sie bequem sitzen und deine Bewegung nicht einschränken. Auch mehrlagig gekleidet solltest du deinen Sport in gewohnter Weise ausüben können.
  • Der Base Layer darf wie eine zweite Haut sitzen. Denk beim Anprobieren der übrigen Lagen aber daran, worüber sie passen müssen – dein Trockenanzug braucht genug Platz für Base und Mid Layer darunter.
  • Vergiss deine Extremitäten nicht! Es nützt wenig, den Rumpf warm zu halten, wenn du Mütze, Handschuhe und passende Stiefel zum Trockenanzug weglässt.
  • Die Bedingungen können sich auf dem Wasser ändern. Das Schöne an Schichten ist, dass sie sich bei Bedarf leicht anpassen lassen – besser, du ziehst den Mid Layer aus, weil dir zu warm ist, als dass du frierst, weil du eine Lage zu Hause gelassen hast.

 

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@wetsuitoutlet

Aktualisiert am 3. Oktober 2024

Ursprünglich veröffentlicht am 27. September 2018 in Trockenanzug-Ratgeber